erste ma Glanti

Alles über Anti-Topspin-Beläge

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Kogser
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von Kogser »

al_bundy hat geschrieben: Montag 4. Mai 2026, 23:34 Das Kellenfett für Glanti ist aber eine Nachbehandlung des Belags. Dann kann ich dann auch gleich mit glatter Bürschte spielen.
Ich hab sowohl Kellenfett als auch ABS 3.0 Pro bestellt und werde es gegen glatte Bürschte mal gegentesten.
Naja, das ist in doppelter Hinsicht ein himmelweiter Unterschied. Erstens handelt es sich um die gleiche bzw. vergleichbare Reinigung, die dem Reinigen von Noppeninnenbelägen ähnelt.

Zweitens ist das Spiel mit einer richtig behandelten langen Noppe ganz anders – es ist einfacher, aber auch gefährlicher. Das führt zu einem völlig anderen Tischtennis.

:P

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Re: erste ma Glanti

Beitrag von jakemessi »

Kogser hat geschrieben: Dienstag 5. Mai 2026, 06:50
al_bundy hat geschrieben: Montag 4. Mai 2026, 23:34 Das Kellenfett für Glanti ist aber eine Nachbehandlung des Belags. Dann kann ich dann auch gleich mit glatter Bürschte spielen.
Ich hab sowohl Kellenfett als auch ABS 3.0 Pro bestellt und werde es gegen glatte Bürschte mal gegentesten.
Naja, das ist in doppelter Hinsicht ein himmelweiter Unterschied. Erstens handelt es sich um die gleiche bzw. vergleichbare Reinigung, die dem Reinigen von Noppeninnenbelägen ähnelt.

Zweitens ist das Spiel mit einer richtig behandelten langen Noppe ganz anders – es ist einfacher, aber auch gefährlicher. Das führt zu einem völlig anderen Tischtennis.

:P
Ja sehe ich auch so. Man muss den Schläger reinigen dürfen.

Dazu benötigt man beim Glanti einen Reiniger, der zum einen Staub und Dreckreste entfernt und zum anderen den Glanti dabei glatt hält und nicht griffig macht. Es geht hauptsächlich darum, die ursprüngliche Glätte zu erhalten und die statische Aufladung zu minimieren.

Bei einem normalen Schläger benötigt man einen Reiniger, der den Schmutz entfernt und den Belag nicht glatt macht, sondern griffig hält. Auch hier müsste man dann von einer Nachbehandlung reden, da der Spray die Griffigkeit auch fördert.

Ich sehe da keinen großartigen Unterschied, solange keine Reste des Reinigers auf der Oberfläche sichtbar sind. In der Konsequenz müsste man sonst alle Beläge jedesmal, wenn Staub oder Dreck draufkommt, wegschmeißen und ersetzen, was sich die meisten wohl kaum leisten können und/oder wollen.

Auch eine Reinigung mit Wasser oder anhauchen verändert die Spieleigenschaften eines Belags....

Antis haben auch keinen vorgeschriebenen Reibungskoeffizienten, daher dürfen die maximal glatt sein.

. Behandelte Noppen werden den erlaubten Koeffizienten regelmäßig unterschreiten.
Um zugelassene GrLN glatt zu bekommen, reicht eine Reinigung nicht aus. Diese müssen über einen längeren Zeitraum mit Öl, UV- Licht, Lack oder anderen Stoffen bearbeitet werden.

Einfach ausgedrückt: Wenn sich der Gegenspieler beschwert, weil der Glanti zu glatt ist, ist dies unberechtigt, weil der Anti so glatt sein darf; bei der Noppe ist es hingegen berechtigt, da der vorgeschriebene Reibungskoeffizient unterschritten wird.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von Kogser »

Sehr sehr gut zusammengefasst!

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Re: erste ma Glanti

Beitrag von al_bundy »

Ich glaube so frei interpretierbar sind manche User hier nicht. Manche OSR auch nicht.
Wenn ich lese: Macht den Belag glatter, dann ist das Veränderung der Spieleigenschaft ggü. dem Originalzustand und somit regelwidrig.
Wenn ich meine Bürschte im Hochsommer 1-2 Woche inne Sonne lege is die Noppe auch glatt. Und auch nicht regelkonform.
Es ist doch egal ob ekliger oder nicht. Es ver#ndert die Spieleigenschaft. Das steht nunmal so in den Regeln dass Veränderungen regelwidrig sind.

Wenn du dein Yasaka Mark V seit 20 Jahren spielst ist das auch regelwidrig. Ich meine... ich bin kein Kind von Traurigkeit. Mir is das völlig brenne.
Aber es gibt halt auch Nachbarn denen man es möglichst auch recht machen will auch wenn man die nicht kennt.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von jakemessi »

Glaub, was du willst.

Wie gesagt, bei enger Regelauslegung dürftest Du Beläge gar nicht reinigen.
Du dürftest Sie dann aber streng genommen auch nicht draußen liegen lassen oder Staub drauf kommen lassen. Selbst beim abziehen einer Schutzfolie zieht der Belag Staub. Das kann man Alles als "physikalische Nachbehandlung" auslegen.

Der Unterschied ist, dass Noppen, die einen bestimmten Reibungskoeffizienten unterschreiten, unabhängig davon. ob sie nachbehandelt wurden, illegal sind. Die Regel kann man auch nicht anders auslegen.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von Holg »

Da ist doch überhaupt nichts frei interpretiert! Kein OSR wird dir die Reinigung eines Belages verbieten! Es geht sowohl bei der Reinigung von NI als auch bei der Reinigung von Glantis um die Erhaltung des Originalzustandes, wenn die Dinger neu sind.
Und ja, ein 25 Jahre alter Sriver, der mittlerweile glatt ist, ist nicht mehr zulässig, ebenso wie ein alter Glanti, der nicht gleichmäßig glatt ist.
Glatte LN sind verboten und wer damit spielt, ist ein unfairer Bescheißer!
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von jakemessi »

Das ist jetzt zwar off-Topic:

Aber du hast recht. wenn man das Verbot " physikalisch oder chemisch Nachbehandeln" streng auslegt, dürfte man mit dem Belag, den man einmal gekauft hat, gar nichts mehr machen. Selbst das spielen mit dem Belag ist ein "physikalisches nachbehandeln" , da z.B. der Belag an Reibung verliert und der schwamm weicher wird. Auch der Staub in der Schlägerhülle verändert die Eigenschaften. Also am besten nach jedem Spiel alle Beläge wechseln ;-). Nein, der OSR kann natürlich die Regel nicht so streng auslegen. Denke auch nicht, dass jeder OSR eine Reinigung mit z.B. Wasser oder Belagspray als illegal ansehen würde. Dann dürfte man den Schläger auch nicht mehr anhauchen. Das machen die Profis ständig.

Also ich wollte nur deutlich machen, dass diese Regel der Auslegung bedarf, während eine Regel über einen messbaren Reibungskoeffizienten nicht ausgelegt werden kann. Wenn eine Noppe zu glatt ist, ist Sie zu glatt.

Ich glaube aber wir sind uns einig.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von al_bundy »

Das Kellenfett darf die Spieleigenschaften der Scheibe nicht verändern. Ich hab Kellenfett entwickelt wo ich deutlich mehr Spin reinbringe als im Originalzustand.
Das ist verboten. Wenn ich Kellenfett aufm Anti drauf mache, der das Ding glatter macht dann Ist das auch verboten. Wer beides macht ist ein unfairer Bescheißer! Wer nur eins von beiden macht auch.
Nicht das mich das stören würde. Und nein, es geht um die Praxis persé und nicht darum ob der Effekt jetzt ultrakrass wie bei ner glatten Bürschte oder es isses nur subtil ist...!

Es ist ein Unterschied ob ich Kellenfett zur Pflege drauf mache oder ob ich Kellenfett zur Pflege drauf mache der zusätzlich mehr Grip oder less roughness mit sich bringt oder halt umgekehrt - der das Kellenfett für mehr Grip und mehr Flutschi aufm Anti nutzt als zur Pflege generell - is egal. Unterm Strich kommts selbe bei rum.

Meinetwegen kann jeder sich da draufschmieren was er will. Ich würde Ihn niemals als Betrüger betiteln...

Außerdem gemäß Artikelbeschreibung:
GlAntiStatisch hat keine ITTF Zulassung und darf im offiziellen Wettkampf nicht genutzt werden
Hab mir das doch durchgelesen bevor ich die Brühe bestellt hab.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von jakemessi »

Gute wichtige Punkte ! Wir bewegen uns bei jeder Reinigung regeltechnisch im Grenzbereich. Ohne Chemiker oder Physiker zu sein, würde ich trotzdem Folgendes hierzu ausführen:


Zuerst zum Glantistatisch:

Es ist richtig, dass bei "normal strenger" Regelauslegung Glantistatisch verboten ist. TTZ- Keye ist es auch anzuraten, hierauf auf Ihrer Verkaufsplattform aus haftungstechnischen Gründen hinzuweisen.
Wenn tatsächlich ein Oberschiedsrichter einen Spieler sieht, der seinen Schläger damit reinigt und diesen Schläger vom Spielbetrieb ausschließt, könnte sich jemand beschweren und TTZ-Keye haftbar machen.

Es ist aber in diesem Zusammenhang anzumerken, dass es grundsätzlich keine ITTF-Zulassungslisten für Belagsreiniger gibt. Die ITTF zertifiziert nur Schlägerbeläge, Bälle, Tische und Netze, keine Reinigungsmittel.
Was ist also der Unterschied von Glantistatisch zu anderen Reinigern ?

Schauen wir uns aber mal die Beschreibung an.

Was macht GlAntiStatisch:
– Erhalt der glatten Oberfläche
– Erhalt des Störeffekts
– mehr Kontrolle durch dauerhaft gleichmäßige Glätte
– erhöht die Haltbarkeit deines Belags

Es entfernt also Rückstände, Staub und Dreck auf dem Belag und verhindert gleichzeitig die statische Aufladung, welche in Zukunft solche Partikel anzieht, was zu einer länger anhaltenden und gleichmäßigeren Glätte führt.
Dadurch, dass weniger Partikel angezogen werden, wird auch weniger Abrieb erzeugt, was zu einem längeren Anhalten der Glätte führt (=Haltbarkeit).


Jeder Belagreiniger, den Du bei den großen Tischtennisfirmen bekommst, verändert die Spieleigenschaften des Belags und verursacht zumindest ein physikalische Nachbehandlung. Da geben die Firmen indirekt sogar selbst zu. Es ist das selbe Prinzip mit den selben Punkten, nur das bei NI, dafür gesorgt wird, dass Belag länger griffig und nicht länger glatt bleibt.

Hierzu aus der offiziellen Beschreibung vom Joola Turbo Reiniger:


-Effektive Reinigung: Entfernt Schmutz und Staub gründlich von deinen Belägen.

-Antistatikum: Verhindert die elektrostatische Aufladung deiner Beläge, sodass Staubpartikel sich nicht so leicht ansammeln.

-Längere Lebensdauer: Regelmäßige Anwendung verlängert die Lebensdauer deiner Beläge und erhält deren Spielbarkeit.

-Erhöhte Griffigkeit: Deine Beläge bleiben länger griffig, was dir ein besseres Spielgefühl und präzisere Schläge ermöglicht.


Liegt hier eine Nachbehandlung vor ?


- Antistatikum ist ohne Zweifel eine physikalische Nachbehandlung. Die statische Aufladung ist ein physikalischer Prozess, der unterbunden wird. Der Belag zieht nicht nur weniger Staub sondern verändert seine Spieleigenschaften, wenn er sich weniger auflädt. Die statische Aufladefähigkeit ist eine Grundeigenschaft des Belags, welche vor der Reinigung im Originalzustand vorhanden ist und danach nicht mehr. Also dient deren Beseitigung nicht ausschließlich der Wiederherstellung des Originalzustands.

- Wie Du es bei Deinem eigenen "Reiniger" beschreibst, so ist es im Kleinen auch bei den Reinigern der großen Marken. Der Reiniger erzeugt auf der Oberfläche des Belags physikalische und chemische Reaktionen.
Die meisten NI-Beläge sind "out off the box" weniger griffig als nach der ersten Reinigung. Manche werden auch griffiger je häufiger man Sie reinigt. Das liegt nicht nur an der Entfernung des Schmutzes, sondern auch an chemischen und physikalischen Einwirkungen auf das Gummi selbst. Ich und andere haben zum Beispiel beobachtet, dass Chinabeläge, nur mit Wasser gereinigt, griffiger sind, während bei anderen Belägen der Reiniger besser funktioniert. Das liegt daran, dass der Reiniger die klebrige Oberfläche des Chinabelags physikalisch und/oder chemisch "angreift". Womit man gleich zum nächsten Punkt kommt: Das Abwischen eines Belages mit einem Reinigungsschwamm erzeugt Abrieb. Der Belag kann zum Bespiel rauer und damit griffiger werden. Hierin liegt ohne Frage eine physikalische Behandlung. Es gibt zudem auch chemische Reaktionen an der Oberfläche.

Um das ganze ad absurdum zu führen: Immer, wenn der Belag außerhalb oder auch innerhalb der Schlägerhülle ist, ist er UV-Strahlung ausgesetzt, welche die Spieleigenschaften verändert (Du hast ja auch erzählt, was passiert, wenn man einen Belag in die sonne legt...). Auch sonst ist ein Belag zum Beispiel im warmen Zustand weicher und spielt sich anders als im kalten Zustand. Durch äußere Umwelteinflüsse kann der Belag Feuchtigkeit ziehen und schwerer werden etc. Wenn man bewusst diese Einflüsse ausnutzt, ist das dann auch Nachbehandeln.


Fazit: Meiner Meinung nach muss es erlaubt sein, Beläge zu reinigen, auch wenn hierin streng genommen -wie oben aufgezeigt- IMMER ein Nachbehandeln zu sehen ist. Ansonsten müsste man andauernd neue Beläge kaufen. Unfair ist es, wenn man die eindeutigen Regeln, wie den Reibungskoeffizienten nicht beachtet. Dem entsprechend kann es nicht unfair sein, wenn ein Glanti sehr glatt ist oder ein griffiger Belag sehr griffig.

Um Diskussionen zu vermeiden, würde ich meinen Schläger nicht in der Halle vor dem OSR reinigen.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von al_bundy »

Diese Darstellung ist astronomisch penibel und stellt keine sachgerechte Ansicht dar.
Es geht bei diesen Thema ausschließlich um sachgerechte Anwendung.

Das bedeutet, das man mit einen "neutralen Reiniger" die Scheiben reinigt. Tut man das, wird die Spieleigenschaft nicht wesentlich verändert.
Der erste Schutzfilm auf einen NI Belag geht weg. Ist im Sinne der sachgemäßen Verwendung nicht regelwidrig. Egal ob da Staub draufkommt (durchs spielen) oder drauf war (vor dem reinigen) - egal ob da Fett drauf ( durchs spielen) kommt oder entfernt (vor dem reinigen) wird.

Neutrale Reiniger machen die Scheibe weder glatter noch griffiger. Die Aussage von Joola
Erhöhte Griffigkeit: Deine Beläge bleiben länger griffig, was dir ein besseres Spielgefühl und präzisere Schläge ermöglicht
Ist im Kontext nicht zutreffend und eher ungünstig gewählt.

Erhöhte Geiffigkeit stimmt perse nur wenn man den Dreck auf der Scheibe entfernt. Erhöht persé nicht die Griffigkeit des Belags selbst wenn wir beide im selben zustand haben.

Wenn es anders ist, dann läuft das nicht mehr unter sachgemäße Verwendung und Belag A ist anders als Belag B und damit regelwidrig.
Wenn ich lese " ABS Pro geht erst so richtig ab mit den richtigen Reiniger in dessen Artikelbeschreibung folgendes steht
GlAntiStatisch hat keine ITTF Zulassung und darf im offiziellen Wettkampf nicht genutzt werden
Dann ist das für mich auf den ersten Blick regelwidrig in zweifacher Hinsicht.

Einmal die Aussage aus den Forum dass es das Ding glatter macht und zweitens die fehlende Zulassung die aber keinen interessiert da es kein Zulassungsverfahren für Kellenfett gibt - was mich ermutigt eigenes Kellenfett auf den Markt zu bringen der die Scheiben griffiger macht.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von jakemessi »

Das sehe ich anders. Ich halte meine Auffassung für sachgerecht.

Für mich macht der Glantistatisch Nichts Anderes als normale Reiniger auch.

Wie Du richtig schreibst, soll durch die Belagreiniger bei der ersten Reinigung der Originalzustand wieder hergestellt werden.
Auf den ABS- Belägen scheinen manchmal kleine Partikel-Reste von der Verarbeitung zu sein, welche vom Hersteller so nicht gewollt sind und die Originalglätte des Belags mindern. Hierfür bedarf es genau wie bei NI-Belägen auch einer Reinigung.

Beide Reiniger haben das Ziel den Originalzustand, extrem griffig oder extrem glatt zu erhalten. Dazu versuchen beide die Partikel zu entfernen und eine statische Aufladung aufzuheben, welche Partikel anzieht.
So weit so gleich.

Ob durch diese Mittel weitere physikalische oder chemische Veränderungen am Belag verursacht werden, welche die Spieleigenschaften verändern, ist den Beschreibungen nicht zu entnehmen. Woher willst Du wissen, ob und wenn ja welche Prozesse hier verursacht werden ? Bist Du Chemiker und weißt, dass der eine Reiniger anstatt nur zu reinigen bei Anwendung den Belag verändert und der andere nicht ? Ich jedenfalls sehe mich
außer Stande die einzelnen Prozesse zu beurteilen.

Woher willst Du dann wissen, ob der Glanti nicht nur wegen der Reinigung, sprich Entfernung von Partikeln und statischer Aufladung glatter wird und der Glantistisch dies nur besonders gut macht ? Du musst auch bedenken, dass sehr kleine Partikel auf einem Glanti mehr Schaden anrichten als auf einen NI-Belag, da Du ja selbst keinen Spin erzeugst.

Es gibt ja noch andere Glanti -Reiniger. Der Materialspezialist als offizieller Betreiber zugelassener Beläge hat zum Beispiel keinen Wahnhinweis bei seinem Glanti-Reiniger. Weißt Du, ob dieser anders ist ?

Der Warnhinweis bei TTZ-Keye ist im Prinzip, wie Du selbst erkannt hast- nicht aussaggekräftig, da Belagreiniger nie eine ITTF Zulassung hat. Der Hinweis erfolgt zur Sicherheit, wie bereits ausgeführt. Du glaubst doch nicht dass TT-Keye den Reiniger dem Chef-Chemiker und dem Chefjuristen der ITTF vorgelegt hat und gefragt hat, ob man diesen benutzen darf und dann eine Absage erhalten hat ? Ich denke nicht, dass TTZ-KEYE überhaupt von offizieller Seite mitgeteilt gekommen hat, dass sein Reiniger illegal ist.

Es gibt zudem auch kleine Läden oder Einzelspieler, welche selbst Belagreiniger herstellen. Warum sollten diese Belagreiniger nicht in Ordnung sein, während die der großen Hersteller es sind ? Vielleicht verändern diese viel weniger die Spieleigenschaften ? iemand weiß es. Es hat ja kein Reiniger eine Zulassung.

Ich finde es jedenfalls nicht sachgerecht einen Reiniger, von dem man nicht weiß, ob er die "Originaleigenschaften" des Belags verändert als illegal zu bezeichnen. Die fehlende Zulassung ist immer das Problem. Es wäre meiner Ansicht nach auch besser, wenn es eine solche gäbe. So aber kann Dies allein kein Argument dafür sein, einen Reiniger zu verbieten.
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Re: erste ma Glanti

Beitrag von al_bundy »

Man kann Aufgrund des Regelwerks keinen Reiniger verbieten. Punkt. Auch wenn die ITTF bereits gefordert hat einen gewissen Reiniger vom Markt zu nehmen. Da der Hersteller des Reinigers auch unzählige Beläge im Sortiment hat, wurde das Zeug vom Markt genommen. Mit den Weltverband will und darf man sich das nicht verscherzen. Das führte sogar dazu das Distris genötigt wurden diesen Reiniger auszulisten.

Ich kenne keine Hintergründe zu TTZ K. Aber den ITTF sein Zeug zu schicken ist sinnfrei da es kein Prüfverfahren und keinen Stempel gibt. Was es umso dramatischer macht dass sich der ITTF das damals so mit einen exponierten Produkt herausgenommen hat.

Ansonsten gilt:
So ein Kellenfett ist keine Mondwissenschaft. Wie du selbst gesagt hast rühren sich kleine Shops oder vereinzelte Spieler die Brühe selbst an. Das geht auch wenn man kein Chemiestudium abgeschlossen hat. Dazu ist nur ein Blick auf der SDB erforderlich. Darüber hinaus nimmt man einfach mal ne Nase und dann weis man was los ist. Einiges basiert auch auf nen gesunden Menschenverstand und wiederum anderes entnimmt man der Kennzeichnungspflicht.

- Basis ist Wasser - möglichst destilliertes oder entmineralisiertes Wasser
- Aus naheliegenden Gründen ein Biozid damit es nicht schimmelt oder schliert
- Mal ne Nase nehmen dann kann man einen Isopropanolgeruch wahrnehmen der primär dazu gedacht ist dass die Brühe relativ fix verfliegt. Die Konzentration liegt je nach Kellenfett bei 10-40%. Alternativ ein VOCfreier Alkohol wer es gerne grün mag. (Glycerol)
- Kennzeichnungspflicht -> "vermutlich fast jeder Reiniger" unterliegt einer Kennzeichnungspflicht dass man dem Etikett entnehmen können sollte ( EU Verordnung) -> Tenside - mit etwas Google findet man schnell auch die Konzentration die bei deutlich unter 0,01% liegt. Kriegt man auch mit wenn man sich die Brühe anrührt und mal ordentlich schüttelt.
- Wer in Chemie etwas aufgepasst hat der weis das starke laugen oder Säuren für Gummis nicht optimal sind. Also bedarf es einen Neutralisator - meistens eine Lauge um den PH Wert auf ~7 einzustellen. Für seine zarten Hände und um das Gummi selbst zu schützen.
- Ich denke das mit einer Pumpsprühflasche ( was das teuerste ist [ 50cent/200ml] wird jeder auch ohne weiterführende Chemiekenntnisse hinbekommen.
Eine Antistatiklösung ist nice t o have aber unsinnig wenn man vor jeden Einzel cleaned - so wie ich es tue.
- Geheimzutat für deutlich mehr Grip *censored* ( gibt aber einige die in Frage kommen). 2 gute gibts in jeder Apotheke frei zu kaufen.

Ich bin gelernter Klempner und für mich war das keine große Sache in meiner Hexenküche. Besonders mit KI ist sowas heutzutage alles gar kein Problem mehr.
Hintergrund hat ein Vereinskollege geliefert der geiles Kellenfett von sein Vater geerbt hat und es nun regelmäßig anrührt. Ich kaufe gerne immer 3-4l. Was ihm nich gefällt weil er meint ich verkauf das Zeug. Also passierte nüscht mehr nachdem meine ersten 4l alle waren. Wir vermuteten die Grundzutat und haben über alle Distris in Deutschland versucht günstiges Standardkellenfett ranzubekommen. Meinetwegen auch in 25l Kanister oder 200l Fässer. Keine Chance. Die Brühe gibts nur in einen 1l Gebinde und das kost natürlich teuer Geld.

Nach ner Stunde Recherche hatte ich alles eingekauft. Nach 2h inner Küche war die erste Stammlösung fertig und nix anderes als herkömmliches Kellenfett. Dem haben wir *censored* zugesetzt und Kaliumhydroxid als Neutralisator. Fertig war das Kellenfett das die Scheiben ultragriffig macht. Soweit wärs nich gekommen wenn unser Kollege mich weiterhin alle paar Jahre mit ein paar Liter Kellenfett beliefert hätte. Der Liter kostet 1,85€ als reiner Materialeinkauf ink Versandkosten auf Mindermenge. Würden wir jetzt nen 200l Fass Isopropanol kaufen und größere Gebinde von dem anderen Zeug, kommen wir auf etwa 1-1,20€/Liter Kellenfett. Dagegen ist nen 20-30cent teures Etikett und ne pumpsprühfalsche extrem teuer.

Friction:
Grundsätzlich gilt: glatte/polierte/spiegelnde Oberfläche = weniger friction. Ein Nittaku Best Anti ( ein den ich ausversehen mal kenne [ bin ansonsten was Antis betrifft nackig]) hat eine relativ raue Oberfläche. Dieser hat noch ordentlich Restgriffigkeit und ist vom Erscheinungsbild matt. Glantis spiegeln eher etwas weil die Oberfläche nicht so rauh ist. Entsprechend sind die glatter. Natürlich gibts da auch Poren wo sich Zeug reinsetzt aber die sind nun deutlich kleiner als beim Best Anti. Neben Klempner, Hobbyarzt sowie Hobbyanwalt bin ich auch Fräser. Fräser mit polierter Spannut werden für schmierige Knetlegierungen eingesetzt. Polierte Spannut verringert die friction und dadurch entsteht weniger Wärme und dadurch verhindert man Aufbauschneiden. Also Glatt bringts weil nix klebt durch weniger Reibung.

Möglicherweise bzw. es ist naheliegend dass son Glanti ähnlich wie NI Beläge sind - mit einen Schutzfilm belegt sind was irgendwas bewirken soll. Gleiches gilt für NI Beläge - Zumindest meine Vega Pros. Einmal ordentlich gereinigt - egal was fürn Kellenfett - und das Ding ist deutlich griffiger. Was persé keine Nachbehandlung im Sinne der Regel ist sondern das Spielgerät erst richtig spielfähig und regelkonform macht. Und dies auf eine Ebene wo das Niveau auf wenige Monate stabil bleibt. Was man nicht behaupten kann von der Impregnierung im Werkszustand. Diese verschwindet spätestens komplett nach 2-3 Trainingsabenden und hat nichts mit den Werkszustand zu tun den man nicht verändern darf.

Diese Art Impregnierung sind vermutlich Trennmittel und/oder Aditive auf Silikonbasis die man bewusst entfernen kann mit einfachen sachgemäßen reinigen des Belages.
Ob das Bei Antis auch so ist weis ich nicht. Ich denke aber schon. Welches Lösemittel da am besten wirkt weis ich nicht und interessiert mich auch nicht. Nach 2-3x reinigen sind die Vegas spielbar. Nach weiteren 10x reinigen mit richtigen Kellenfett bekommt man dann deutlich mehr Spin rein als im Werkszustand.
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